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Indirekte Preisabsprachen: Kartellamt verhängt Millionenstrafe gegen Versicherer

INDIREKTE PREISABSPRACHEN Kartellamt verhängt Millionenstrafe gegen Versicherer Das Bundeskartellamt hat wegen verbotener Preisabsprachen gegen zehn Industrieversicherer Bußgelder in Höhe von insgesamt rund 130 Millionen Euro verhängt. Unter den Bußgeldsündern ist auch Branchenprimus Allianz. Das Unternehmen ist sich jedoch keiner Schuld bewusst.
APAllianz-Filiale: Unterstützung bei SanierungsbemühungenBonn/München - Ein Sprecher der Allianz bestätigte am Vormittag den Eingang des Bußgeldbescheids. Nach Angaben aus Branchenkreisen soll der Münchener Konzern einen Betrag in niedriger zweistelliger Millionenhöhe zahlen. Der Sprecher wollte dies zwar nicht bestätigen, er betonte aber, dass die Summe durch entsprechende Rückstellungen des Unternehmens bereits gedeckt wäre. Das Bundeskartellamt hatte sich nach einer mehrjährigen Untersuchung zur Verhängung der Bußgelder entschlossen. Bereits im Juli 2002 wurden die Geschäftsräume mehrerer Versicherer durchsucht. Die Wettbewerbsbehörde wirft den zehn Unternehmen vor, zur Sanierung des Sachversicherungsgeschäftes eine Prämienerhöhung für Industriekunden abgesprochen zu haben. Die Rückstellungen der Allianz bedeuten jedoch nicht, dass der Versicherer eine Verfehlung einsieht - im Gegenteil. Aus seinem Blickwinkel wirft das Kartellamt anderen Industrieversicherern vor, die Sanierung der lange defizitären Bereiche der Allianz bis 2002 'einvernehmlich nicht gestört' zu haben. Der Allianz selbst werde dabei keine initiierende Rolle unterstellt, sagte der Sprecher. Aus diesem und anderen Gründen, werde Einspruch gegen den Bescheid Einspruch erhoben. Der Vorwurf an die Unternehmen, sich in ihren Sanierungsbemühungen gegenseitig einvernehmlich nicht gestört zu haben, kommt angesichts des langen und harten Preiswettbewerbs im Bereich der Industrieversicherungen dem Vorwurf von Preisabsprachen gleich. Bereits am Dienstag hatte die Axa Versicherung den Erhalt eines Strafgeldbescheids bestätigt und ebenfalls Einspruch angekündigt. Allianz wie Axa erklärten, es habe keine Preisabsprachen gegeben. Die Allianz-Sachversicherungsgruppe teilte mit, die Steigerung des Prämienniveaus in Deutschland im fraglichen Zeitraum habe der internationalen Entwicklung entsprochen. Ursache für die Sanierungsbemühungen aller Versicherer für das Industrieversicherungsgeschäft seien hohe Verluste aus Versicherungsfällen, stark steigende Rückversicherungskosten, die schwachen Kapitalmärkte und sinkende Kapazitäten für das Zeichnen von Versicherungen gewesen. Bei den übrigen Versicherern, die von dem Verfahren betroffen sind, handelt es sich um die Ergo-Tochter Victoria Versicherung, den Gerling-Konzern, eine Tochter der AMB Generali, die Gothaer Allgemeine Versicherung und Talanx/HDI. Industrieversicherer decken große Unternehmen gegen Risiken wie Unwetterschäden oder Haftungsansprüche ab. Diese Sparte bescherte den Versicherern wegen eines extremen Preiswettbewerbs jahrelang Verluste.
Quelle:: Spiegel.de
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